Don´t worry, me happy.

Glück ist immer das, was man dafür hält.

Für gewöhnlich einmal im Jahr passiert es jedem Menschen, und ein jeder kann sich entscheiden, wie er es annehmen möchte: mit Freude oder mit Frust. Das Älterwerden. Die Art, wie man sich seinem eigenen Geburtstag annähert, hängt gemeinhin von unterschiedlichsten Faktoren ab: in welcher Lebensphase befinde ich mich z.B. gerade? Bin ich 10 und werde 11, freu ich mich für gewöhnlich – Kinderparty, Geschenke, Torte, super! Bin ich 17 und werde 18, finde ich das wahrscheinlich auch recht leiwand – Schule bald vorbei, Uni, Alkohol, super! Mit ca. 25/26 könnte sich dann das Blatt langsam wenden – mit der Uni fertig, erstmals Vollzeit arbeiten, erste lange Beziehung vorbei, erste lange Beziehung noch nicht vorbei und das wilde Leben wohl schon zu Ende??? Aaaah.

Ganz heikel wird’s dann so um die 30 (also wo ich mich gerade circa befinde) – die Schulkameradin, die immer wahnsinnig uncool war und der man Asexualität unterstellt hat, scheint auf Facebook plötzlich als “verheiratet” und mit einem Kind auf, der Coole von der Schule, der mit 13 rauchend in der Ecke gestanden ist und so cool war, dass es fast schon anstrengend war ihm dabei zuzusehen, erzählt plötzlich mit Glatze und Wohlstandsbäuchlein von seiner Steuerberatertätigkeit, seiner Doppelhaushälfte und dem schönen All-inclusive Urlaub in der Türkei (der Kinderclub ist ja was ganz tolles!). Und mittendrin steht man selbst: innerlich eigentlich noch immer ein bisschen Kind, äusserlich schon ein wenig von Fältchen gezeichnet und unbewusst immer wieder mit der Frage konfrontiert – wo will ich eigentlich gerade stehen? Und bin ich wohl komisch, wenn ich keine Doppelhaushälfte, keine drei Kinder und keinen bierbäuchigen Ehemann habe? Das Problem am Älterwerden sind ja vor allem die Erwartungshaltungen. An jedes Alter wird irgendeine Erwartung gestellt, in den 10er Jahren z.B. die Schule abschließen, in den 20ern die Uni abschließen und einen guten Job finden, in den 30ern (spätestens) Kinder bekommen und heiraten, in den 40ern eine Midlife crisis haben, sich scheiden lassen und eine Patchwork Familie mit dem Neuen gründen und die 50er interessieren doch sowieso keinen, oder?

Ich habe mich entschieden, an meinem Geburtstag glücklich zu sein. Weil alles gut ist. Weil ich ein denkbar schlechteres Leben haben könnte. Und weil ich mit 40 schließlich immer noch Gelegenheit habe, eine Krise aufzureißen.

Birthday bliss in Bildern:

Torte (ich bin eh erst fünf!)
Fotoe

Festgemeinde aus dem Ikea Midsomar Katalog
Fotor

Rooftop bliss
Foto

Schönes Nutzloses

Das Wochenende steht vor der Tür, ich hab schon mindestens drei Gläser Sekt getrunken (kann´s sein, dass heute JEDER Geburtstag hat?), morgen hab dann ich Geburtstag, es handelt sich also um eine klassische  WIN-WIN-WIN Situation!

Und weil gute Zeiten auch mit guten Dingen zelebriert werden sollen, widme ich mich heute der Schönheit des Nutzlosen. Meine Blogleserin und Inneneinrichterin des Vertrauens Carola hat mir einen Link zu einer ganz großartigen Seite geschickt – Das rote Paket – die fast ausnahmslos nur Nutzloses anbietet, das aber ganz viel Freude bereitet. Ein Potpourri meiner Favourites:

Nutzlose Beleuchtung, aber mit Heimatgefühlen!

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Zum draufsitzen, verstauen und Lebensbejahen!

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Nutzlose Wanddeko 1 – brauch ich!

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Nutzlose Wanddeko 2 – brauch ich auch!

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Nutzlose Wanddeko 3 – brauch ich UNBEDINGT!

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Cowboy-Kissen – gern gesehen
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Eule am Teller, stilsicher
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Als ich alt und wahnsinnig wurde

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Ich weiß nicht, ob ich es hier schon einmal erwähnt habe, aber eigentlich finde ich Laufen als Sportart relativ öde. Immer die gleiche monotone Bewegung und es dauert so lang. Nichtsdestotrotz begehe ich jedes Jahr aufs Neue denselben kapitalen Fehler, der eingedenk meiner Laufunleidenschaft wirklich keinerlei Sinn macht: ich melde mich zu mannigfachen Laufveranstaltungen an, um mich mit ein paar tausend anderen Wahnsinnigen über 5-6 km zu quälen. Warum, weiß keiner.

Aktuellstes Beispiel: der Wiener Zoolauf. Ja, Zoolauf. Ich laufe durch den Zoo. In der Staffel Zebra. An irgendeinem Punkt hat das in meinem Kopf wohl Sinn gemacht, im Moment frage ich mich nur: Barbara, WIESO? Zu meiner allgemeinen Laufdemotivation kommen nämlich noch weitere nicht gerade förderliche Aspekte hinzu: es regnet. Es ist kalt. UND: ich habe Kreuzschmerzen. Was mich per se schon unleidlich macht, weil es mir aufzeigt, dass ich alt, greise und wunderlich werde.

Aber wie dem auch sei, die Suppe muss ich jetzt wohl auslöffeln, also wünscht mir viel Glück, ich werde während ich an Affen, Löwen und anderem Geviech vorbeilaufe/gehe nochmal über die Entscheidungen, die ich im Leben so treffe, nachdenken und zu dem Schluss kommen, dass ein bisschen Wahnsinn wohl einfach die Würze im Leben gibt.

E-mail von Lena Dunham

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Am 1.Juli ist es soweit: dann erhalte ich höchstpersönlich jeden Montag bis Mitte November Post von Lena Dunham. Der großartigen “Girls” Erfinderin. Und Kirsten Dunst. Und jeder Menge anderer lustige Leute auch. Warum? Weil ich mich für wethinkalone.com angemeldet habe.

Was das ist? Ein Kunstprojekt, bei dem man mitlesen kann, was andere so in e-mails schreiben. Die Projektinitiatorin Miranda July beschreibt es so “…How they comport themselves in email is so intimate, almost obscene – a glimpse of them from their own point of view. (..) …our inner life is not actually the same thing as our life on the computer – a quiet person might !!!! a lot. A person with a busy mind might write almost nothing. And of course while none of these emails were originally intended to be read by me (much less you*) they were all carefully selected by their authors in response to my list of email genres — so self-portraiture is quietly at work here.”

Ich bin also schon gespannt, was mir Lena Dunham so schreiben wird.

The Epiphany of Bliss/Die Bademantel Diaries

Ich fühle mich wie aus dem Paradies vertrieben, ehrlich. Bis vor 16 Stunden war ich noch in der Langversion eines perfekten Traums, jetzt sitze ich umgeben von grauen Bürowänden und noch grauerem Wetter wieder in der Realität. Und was soll ich sagen, es gefällt mir nicht!

Aber first things first. Wo ich war? In Rovinj, Kroatien. Erstmalig bei einem Kroatienurlaub bin ich dabei nicht in irgendeiner drittklassigen Bungalow-Bude abgestiegen, sondern im großartigen Hotel Lone. Ein Designhotel am Rande von Rovinj, inmitten eines kleinen Naturparks, direkt am Meer und perfekt bis ins letzte Detail. Die Gäste haben wie Figuren in einem makellosen Rendering ausgesehen, die Lobby ein bisschen wie das Guggenheim Museum, die Zimmerbalkone wie das Deck einer Yacht und überhaupt einfach alles SO SCHÖN!

Zusätzlich dem Glück zuträglich waren mehrere Faktoren: meine Begleitung. Das Meer an sich. Die Sonne. Und: die BADEMÄNTEL! Ja, ich gebe es hiermit zu, ich steh auf Bademäntel! Diejenigen vom Hotel Lone waren besonders flauschige Exemplare und so bequem, dass ich sie auch beim Gang an den Strand gar nicht mehr ablegen wollte. Was zwar mitunter befremdete Blicke nach sich gezogen hat (sehen denn Menschen am Strand im Bademantel wirklich so komisch aus?!), dafür aber für einen Glücksrausch meinerseits sorgte. Bademäntel und Glück sind von nun an für mich also untrennbar miteinander verbunden. Ich werde jetzt also noch ein bisschen in meinen Bademantel-Erinnerungen schwelgen und mir dazu gratulieren, dass ich den Inbegriff des großen Glücks – den Blissfactor – ganz live und ganz selbst erleben durfte.

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Kosename aka Kotzename

Sie sind der SuperGAU sprachverliebter Linguisten, sie sind ein Brechmittel für Singles und Menschen mit Sinn für identitätsstiftende Kommunikation, sie sind einfach schlichtweg zum Kotzen und es ist mir ein Rätsel, warum sie trotzdem so oft in Gebrauch sind: KOSENAMEN. Genauer gesagt, standardisierte Kosenamen. SCHAAAAATZ! MAUSI! HASI! SCHNUCKEPUUUUUTZ!

Ich verstehe sie nicht. Warum benennt ein Mensch, der einen anderen Menschen liebt und in ihm eigentlich somit ein Unikat sieht, ebendiesen mit einem Allerweltsbegriff, den zehn Millionen andere Menschen auch verwenden? Und warum müssen eigentlich so oft arme kleine Tierchen als Namensgeber herhalten? Hasen sind ja zugegebenermaßen ganz süß, aber Mäuse? Ich verharre in Schockstarre, wenn ich eine Maus sehe. Wie sie mit ihrem kleinen Schwänzchen, dem spitzen Näschen und den kleinen Krallen um die Ecke flitzen und nur den unangenehmen Eindruck von Unreinheit und Verfall verbreiten. Ich habe mal, als ich ein Semester lang in einem stinkenden Loch in Manchester wohnte, eine ganze Mäusefamilie vergiftet. Ja, vergiftet. Weil ich es irgendwie nicht so prickelnd fand, am Sofa sitzend und Queer eye for the straight guy im TV schauend, zu beobachten, wie die Mäusefamilie an der Vergrößerung ihres Stammes arbeitet. Insofern fände ich es also auch eher unpassend, meinen Liebsten mit einer Maus zu vergleichen oder ihn als solche zu benennen. Schlechtes Karma.

Ach übrigens: warum ich überhaupt auf dieses Thema komme. Ich habe es heute gewagt, besagten Liebsten mit “Spotzl” zu titulieren. Das mochte er nicht. Und das ist gut so.

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